Glücksspielexperte wirft Bundesregierung “Staatsversagen” vor

Glücksspielexperte wirft Bundesregierung “Staatsversagen” vor
Glücksspielexperte wirft Bundesregierung “Staatsversagen” vorOffizielle Angebote werden oftmals nicht so attraktiv präsentiert Ein Glücksspielexperte, Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, Professor Tilman Becker, sieht in dem Verhalten der Bundesrepublik gegenüber illegaler Lottospiel im Internet sogar ein “Staatsversagen” Er ist der Meinung, dass es der Bundesrepublik trotzt aller Gesetze nicht gelingt dies wirkungsvoll zu verhindern. Als Ursache ortet er vor allem die schwerfälligen Strukturen bei der Glücksspielaufsicht und er meint, dass einige der Internetangebote, wo man auf Lottozahlen Wetten abgeben kann, einfach nicht legal sind. Da diese Webseiten aber meist sehr userfreundlich und sehr professionell gemacht sind, werden hier immer mehr Zocker angelockt. Er prangert auch an, dass sich die Behörden der Bundesrepublik gerne mit dem Argument, dass im Ausland die Betreiber nicht verfolgen werden könne, ihrer Verantwortung entziehen. Lotto, der Deutschen liebstes Spiel Er verweist auf seiner Meinung nach illegaler Seiten, die etwa auf Malta ihren Sitz haben und er bemerkt auch, dass es deutsche Seiten wie den gewerblichen Spielvermittlern, die eine Zulassung der deutschen Behörden haben oder oder die 16 Lotteriegesellschaften der Länder ihre Angebote bei weitem nicht so attraktiv verpackt haben. Sicher ist bei legalen Portale ein wichtiger Punkt der erforderliche Jugendschutz und diese Seiten begrenzen deshalb auch ihre Werbung. Wer auf illegalen Seiten spiele, könne im Grunde gar nicht merken, dass diese illegal sind. Der Professor vertritt die Meinung, dass alle Glücksspiel-Seiten, deren Adresse mit“.com” endet, illegale Angebote beinhalten und er fügt hinzu, dass dies auch Sportwetten sowie Online-Casinos betreffe und auch solche sind seit Jahren verboten. Obwohl der Glücksspielstaatsvertrag im Grunde gar nicht so schlecht ist, wird nach wie vor nicht gehandelt, denn dieser wird kaum umgesetzt und die illegalen Anbieter haben mit keinen behördlichen Konsequenzen zu rechnen. Die zur Zeit etwa 20 erlaubten Gewerblichen Spielvermittler dürfen laut Gesetz lediglich Tipp-Scheine einsammeln und bei den 16 Landeslotteriegesellschaften, die Veranstalter und Anbieter von Lotto in Deutschland sind, abgeben.